Monday, 19 November 2018

Globale Textilproduktion

Globale Textilproduktion

Die sogenannte Textile Kette ist lang. Es beginnt mit der Erzeugung von Fasern, diese werden zu Garn gesponnen. Aus dem Garn entstehen die Stoffe, welche veredelt werden durch Farben, Drucke und Ausrüstungen, die ihnen ihre besonderen Looks und Eigenschaften verleihen. Die Stoffe werden dann zugeschnitten und zu Kleidungsstücken vernäht. Häufig geschieht jeder dieser Schritte an einem anderen Ort, deshalb ist die Überwachung der textilen Kette so schwierig und eine Aussage über den tatsächlichen Ursprung eines Kleidungsstücks ist kompliziert.

 

Kritische Punkte in der textilen Kette (Beispiel konventionelle Baumwolle)

Faseranbau: Gentechnisch verändertes Saatgut, Pestizide und chemische Dünger, Bewässerung

Schwankende Weltmarktpreise für Roh-Baumwolle

Chemische Hilfsmittel in den Spinnereien und Webereien

Hoher Energieeinsatz bei allen Produktionsschritten

Giftstoffe beim Färben und Ausrüsten, verschmutzte Abwässer

Schlechte Arbeitsbedingungen, ungerechte Bezahlung und ungenügender Arbeitsschutz auf allen Stufen der textilen Kette

Umweltbelastende Transporte zwischen allen Stufen

Giftstoffe im fertigen Produkt

Bild: Living Crafts

Um die Lieferkette von Textilien lückenlos kontrollieren zu können, wurde im Bereich der Bio-Textilien der Global Organic Textile Standard entwickelt (GOTS), der dazu dient, die gesamte Textile Kette nach ökologischen und sozialen Standards zu zertifizieren. Im Wesentlichen wird dies dadurch erreicht, dass nur das (Zwischen-)Produkt das GOTS-Label tragen darf, dessen Vorprodukte auch GOTS-zertifiziert sind. Somit hat der Endverbraucher die Garantie, dass die gesamte Lieferkette in Ordnung ist.

Auch Mode von Hautnah wird weltweit gefertigt, allerdings unter Beachtung von ökologischen und sozialen Standards. Auch wenn manche unserer Lieferanten nicht Bio-zertifiziert sind, so pflegen Sie doch langjährige Partnerschaften zu Ihren meist kleinen oder mittelständischen Produzenten.

Auf vertrauenswürdige Öko-Label zu achten, ist eine Möglichkeit - es gibt aber noch viel mehr Gelegenheiten, mit kleinen Schritten etwas zu bewirken gegen die verheerenden Ungerechtigkeiten und die Missachtung ökologischer Erfordernisse in unserer globalisierten Welt. Richtig einkaufen bedeutet zunächst Billigangebote zu boykottieren, denn bei niedrigsten Preisen kann  für die Arbeitskräfte nicht mehr viel Lohn übrigbleiben. Außerdem kann kein Geld in Arbeitssicherheits-Maßnahmen investiert worden sein und auch nicht in ökologische Maßnahmen wie z.B. Abwasser-Reinigung. Stattdessen müssen die Anbieter gestärkt werden, die ökologische und soziale Standards beachten. Das kann beispielsweise Mode aus Entwicklungshilfe-Projekten sein (Fair Trade), von klassischen Bio-Anbietern oder von Firmen, die in Deutschland produzieren, denn hier sind die ökologischen und sozialen Regeln klar vorgegeben und die Transportwege kurz.

Consequent Naturtextil        Amauta, Peru - In Zusammenarbeit mit Eine-Welt-Laden Backnang               Engel (Produktion in Deutschland)

 

Kleidung nachhaltig zu nutzen heißt, verstärkt auf Langlebigkeit zu setzen. Solange Kleidung so billig angeboten wird, scheint es vordergründig nicht sinnvoll zu sein, Kaputtes zu flicken oder Unpassendes zu ändern. Bewusst auf Hochwertigkeit zu achten bedeutet, dass es sinnvoll wird, nicht mehr gebrauchte Kleidung weiterzugeben und Second-Hand-Läden, Kleiderbazare oder Tauschbörsen zu nutzen. Dies gilt besonders im Kinderbereich. Kleidung die wirklich nicht mehr getragen wird, kann immer noch recycelt werden. Ein gutes Beispiel dafür sind unsere wunderschönen Seiden-Schals aus indischen Saris.

Anstelle sich regelmäßig schnelllebigen Modediktaten zu beugen, kann man den eigenen Stil pflegen, in dem man sich immer wohlfühlt. Dieser kann dann mit den Modetrends ergänzt werden, die gerade gefallen und dazu passen - so kommt individuelle Vielfalt zum Tragen. Und nicht zuletzt sollte man kritische Gedanken im Bekanntenkreis weitertragen, um immer mehr Bewusstsein zu wecken für diese Zusammenhänge. Wenn der Weg zu uns zu weit ist, können wir auch unseren Online-Shop empfehlen:  www.hautnah-naturmode.de

 

Wer darüber hinaus Gutes tun will, kann sich gerne mit einer weitergehenden Spende an die Kampagne für Saubere Kleidung wenden. Sie  ist ein internationales Bündnis (Clean Clothes Campaign, CCC), das sich für gerechte Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie einsetzt. In 15 europäischen Ländern gibt es nationale Kampagnen der CCC. INKOTA und FEMNET sind Trägerorganisationen der Kampagne für Saubere Kleidung in Deutschland. Der CCC gehören weltweit 250 Organisationen an.

Mehr dazu und auch über das GOTS-Label finden Sie im Internet z.B. auf folgenden Seiten

http://www.sauberekleidung.de/ ;       http://www.cleanclothes.org/ ;         http://www.ci-romero.de/

http://www.naturtextil.de/verbraucher/qualitaetszeichen/gots.html