Monday, 19 November 2018

Pflanzenfarben-Ausstellung

Sie haben sich sicher auch schon einmal überlegt, wie unsere Kleidung so schön bunt wird. Wahrscheinlich zweifeln Sie auch manchmal daran, dass die Textil-Farben immer so gesund für die Haut und die Umwelt sind, wie wir es uns wünschen.

Tatsächlich ist es so, dass auch Bio-Textilien mit synthetischen Farben gefärbt sind – dabei wird sehr darauf geachtet, dass nur hautverträgliche Farben zum Einsatz kommen und der Färbeprozess umweltfreundlich verläuft, besonders bezüglich der Abwässer.

Die Alternative zu den synthetischen Farben sind reine Pflanzenfarben. Dazu zeigen wir bei Hautnah eine kleine Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Markdorfer Pflanzenfärberin Andrea Ramsauer. Hier geht es um die verschiedenen Färbepflanzen und Färbemethoden. Außerdem zeigen wir, welche pflanzengefärbten Produkte von Frau Ramsauer  und von unseren Lieferanten angeboten werden. Ein Pionier ist hier die Firma Hirsch Natur – unser Socken-Lieferant.

Auf unsere warmen Wollsocken erhalten Sie deshalb mit dem Coupon 30 % Rabatt – nicht nur auf die pflanzengefärbten Modelle!

Sie sind herzlich eingeladen, unsere Ausstellung zu besuchen – und vielleicht noch das eine oder andere Winter-Schlussverkaufs-Schnäppchen zu machen.

Lesen Sie weiter über Interessantes zum Thema Färben mit Pflanzenfarben (PDF).

 

Färben mit Pflanzenfarben

In letzter Zeit ist unter naturbewussten Menschen ein neues Interesse an Pflanzenfarben erwacht. Das Färben mit natürlichen Materialien wurde Jahrtausende lang angewandt, bevor erst im 19. Jahrhundert die Chemiefarben entwickelt wurden. Färben mit Naturfarben ist aufwändig und teuer, deshalb war das Tragen farbiger Kleidung früher dem Adel und der Kirche vorbehalten.

Pflanzenfarben, die bei uns heute verwendet werden, sind unter anderem Krappwurzel für warmes Rot, Reseda für Gelb und Indigo für Blau. Eine Besonderheit unter den natürlichen Farbstoffen ist Cochenille, ein Farbstoff, der aus der Cochenille-Laus gewonnen wird – also keine Pflanzen- sondern eine tierische Farbe. Sie liefert ein kaltes Rot.

Auch beim Färben mit Naturfarben muss die Faser meistens vorbehandelt werden – das sogenannte Beizen. Hier kommen Mineralien zum Einsatz, die die Faser „aufschließen“, so dass sie den Farbstoff aufnehmen kann. Durch unterschiedliche Beizen können mit der gleichen Färbe-Pflanze unterschiedliche Farben erzielt werden. Wolle und Seide, die aus Eiweißen bestehen, lassen sich sehr leicht färben, Baumwolle und Leinen (Zellulose) sehr viel schwieriger. Grundsätzlich lassen sich mit den richtigen Methoden sehr kräftige Farben mit guter Farbechtheit erzielen. Allerdings gibt es immer Schwankungen der Farbtöne, weil auch die verwendeten Pflanzen nicht immer gleich sind. Das hängt davon ab, auf welchem Boden sie gewachsen sind, wie viel Sonne und  Regen sie bekommen haben und welchen Einflüssen sie insgesamt ausgesetzt waren.

Andrea Ramsauer arbeitet am liebsten mit Wollstoffen, da sie diesen durch Walken, Filzen, Bürsten und Kochen interessante Strukturen geben kann, die zusammen mit der lebendigen Färbung eine besondere Wirkung entfalten. Seide gehört ebenfalls zur ihren Materialien, die sie auch gerne mit Wolle kombiniert.

Unser Socken-Lieferant Hirsch-Natur hat ebenfalls hauptsächlich Wolle im Programm, bietet aber auch pflanzlich gefärbte Baumwollsocken an. Neu bei uns ist die Marke Moda MeDea, eine italienische Firma, die in Bolivien Alpaka-Produkte herstellen lässt, die nur pflanzengefärbt sind. Bei  Moda MeDea  findet man wunderschöne Mützen, Schühchen und Kleider für Kinder, von denen wir zunächst leider nur eine kleine Auswahl anbieten können. Auch Damen werden bei MeDea fündig: Die sanften Pflanzenfarben schmeicheln dem Teint genauso wie die weichen Alpakafasern der Haut.