Saturday, 23 February 2019

Leinen Newsletter

Liebe Kundinnen,

seit diesem Frühjahr bieten wir eine eigene, kleine Shirt-Kollektion an – made in Markdorf, entworfen von Jaqueline Herzog aus Oberuhldingen. Es sind legere Schnitte in den Größen 38 bis 48. Die Farben: weiß, natur (auch geringelt) und rostrot. Das Material: Leinen-Single-Jersey. Daher heute eine kleine Warenkunde über Leinen.

 

 

 

Leinen

-auch Flachs genannt, ist eine einjährige Pflanze, aus deren Stängel die Flachsfaser gewonnen wird. Leinen liefert auch den Leinsamen, aus dem das Leinöl gepresst werden kann. Die Flachspflanze hat  hübsche, kleine, blaue Blüten.

  

Die blaue Blüte führte zum Begriff vom „blauen Allgäu“, das früher ein wichtig

 es Flachsanbaugebiet war. Vielleicht kennen Sie auch die Geschichte von den Sieben Schwaben, die in einen See springen wollten und irrtümlich in einem Flachsfeld landeten? Auch die „Fahrt ins Blaue“ hat ihren Ursprung bei den Flachsfeldern.

Heute kommt Leinen oft aus Osteuropa z.B. Lithauen, aber auch aus China. Das Leinen für unsere Kollektion beziehen wir von der Firma Lichtschatz in Wangen – natürlich aus kontrolliert biologischem Anbau! Dieses Bioleinen kommt hauptsächlich aus Belgien und Nordfrankreich. (www.lichtschatz.com)

Die Leinenfaser ist fest und robust, kann aber auch sehr fein verarbeitet werden. Sie hat eine feine Wachsschicht, die den edlen Leinenglanz verursacht. Sie sorgt auch dafür, dass Leinen Gerüche kaum annimmt und nicht so schnell anschmutzt.

Vom Flachs zum Leinen

  Um aus der Pflanze die Faser zu gewinnen, sind mehrere Arbeitsschritte notwendig:       

  • Raufen – die Pflanze wird mit der Wurzel ausgerissen (so erhält man maximal lange Fasern)
  • Rösten oder Rotten – die Pflanzen müssen sich etwas zersetzen, damit sich die Fasern leichter lösen. Dazu werden sie entweder längere Zeit mehrmals gewässert oder sie bleiben einfach eine Zeit lang auf dem Feld liegen, wo sie Sonne und Regen ausgesetzt sind.
  • Riffeln – entfernen der Samenkapseln.
  • Brechen und Schwingen – die ho lzigen Pflanzenteile werden zerbrochen und entfernt.
  • Hecheln – die Fasern werden gekämmt und dabei von übrigen Pflanzenteilen gereinigt.
  • Spinnen – jetzt können die Fasern zu Garn versponnen (zusammengedreht) werden.

   

 

Wer diese Arbeiten einmal live erleben möchte, sollte das Bauernhausmuseum in Wolfegg besuchen: Dort kann man beim Workshop „Vom Flachs zum Lein“ teilnehmen – man darf alles selbst machen und mit nach Hause nehmen! Und man erfährt viel Interessantes darüber, wie der Flachsanbau und dessen Verarbeitung das bäuerliche Leben früher geprägt haben. Leinen war damals als robustes Alltagstextil schließlich außer Wolle die am meisten genutzte Faser. (www.bauernhausmuseum-wolfegg.de)

Wer nun gerne einmal selbst Flachspflanzen hätte, nimmt einfach ein paar Leinsamen (die man auch im Müsli hat) und sät sie in einen Blumentopf. Immer schön feucht halten und in die Sonne stellen – vielleicht blüht es auch bald auf Ihrem Balkon leinblau!
Apropos feucht halten: Im Vergleich zu Baumwolle benötigt Flachs wesentlich weniger Wasser, Dünger und Pflanzenschutzmittel – also noch ein Grund, öfters mal Leinen statt Baumwolle zu tragen.

Zum Tragen gehört die Pflege: „Leinen knittert edel“ sagt man so schön… Ums Bügeln kommt man wohl nicht drum herum, aber bei unserem Jersey-Material hält sich das sehr in Grenzen, da es sich um eine Maschenware handelt. Beim Waschen verhält sich Leinen unproblematisch – grundsätzlich kann es gekocht werden, was aber aufgrund der Färbung oft nicht möglich ist. Sehr feines Leinen sollte nur schonend behandelt werden. Das kommt dem Anspruch, mit Waschtemperatur und Waschmittel sparsam umzugehen, entgegen.

Übrigens: Auch unsere Lieferanten wie z.B. Consequent, Lana, Vetono, Senas, Marlies Mithöfer, und viele andere verarbeiten gerne Leinen zu wunderschönen Sommermodellen…

Bilder: forschungsring.de, flachsschaf.de, faszination-spreewald.de, heimatverein-wulfen.de